Muttertagsgespräch: CFO, Prokuristin und Mutter

Sabine Dettenweitz ist CFO, Prokuristin von HELDECO – und Mutter. Zum Muttertag am Sonntag, dem 12. Mai, spricht die HELDECO-Finanzchefin über ihre unterschiedlichen Rollen, welchen Beitrag Start-ups für eine bessere Verträglichkeit zwischen Familie und Karriere leisten können – und wem sie am Muttertag ihre Aufmerksamkeit schenkt.

Wer bereitet das Frühstück am Muttertag zu?

Sabine Dettenweitz: Traditionell gehen wir mit unseren Töchtern am Morgen zu einem Familienfrühstück ins „Hoppipolla“ in Aflenz. Dort wartet dann ein klassisches Frühstück mit frischen Semmeln, Marmelade, Butter und Kaffee auf uns. 

Wie wichtig sind diese Traditionen am Muttertag für Sie?

Sabine Dettenweitz: Unsere Familie nimmt sich – Gott sei Dank – auch während des Jahres Zeit für einander, daher ist die Wichtigkeit des Muttertags für mich überschaubar. Auch da der kommerzielle Anteil an diesem Tag stetig steigt. Dennoch ist es einer jener Tage, an dem wir uns bewusst Zeit für einander nehmen. Wichtig ist mir am Muttertag vor allem, dass meine Mutter bzw. meine Schwiegermutter Wertschätzung und Aufmerksamkeit durch uns erfahren – dafür stelle ich gerne auch einmal meine Interessen in den Hintergrund und orientiere mich an ihren Wünschen. Egal, ob sie dann einen Ausflug machen möchten – oder wir miteinander essen gehen. 

Wer bereitet denn die Mahlzeiten zu, wenn nicht gerade Muttertag ist?

Sabine Dettenweitz: Mir ist wichtig, täglich selbst frisch zu kochen – und keine Fertiggerichte zuzubereiten. Einerseits da ich möchte, dass sich die Familie gesund ernährt, andererseits kann ich dadurch auf die Nachhaltigkeit achten. Fleisch und Milchprodukte beziehen wir direkt von einem regionalen Bauernhof, Brot backe ich seit einem halben Jahr selbst. 

Köchin, CFO, Prokuristin, Mutter, Finanzleiterin, Ehefrau – wie bekommt man all diese Rollen unter einen Hut?

Sabine Dettenweitz: Indem man nach dem Motto „Morgenstund‘ hat Gold im Mund“ lebt (lacht). Während der Schulferien beginnt mein Arbeitstag um 5 Uhr morgens, ansonsten bin ich ab 7 Uhr im Unternehmen, um am Morgen noch etwas Zeit mit meiner jüngeren Tochter verbringen zu können. In Ausnahmesituationen arbeite ich auch am Wochenende. 

Muss man je nach Rolle unterschiedliche Eigenschaften an den Tag legen?

Sabine Dettenweitz: Nein, ich bin immer dieselbe – diese Authentizität ist auch wichtig, ohne sie funktioniert es weder als Mutter und schon gar nicht als Unternehmerin. Klare Regeln sind beispielsweise dort wie da gefragt – bei der Kontrolle von Finanzabläufen genauso wie bei pubertierenden Kindern (lacht).

Wie gehen Sie damit um, wenn sich Ihr Rolle als Mutter mit jener der Prokuristin vermischt?

Sabine Dettenweitz: Die Familie steht ganz klar an erster Stelle – vor allem bei dringenden Angelegenheiten. Meine beiden Töchter haben umgekehrt aber auch vollstes Verständnis dafür, wenn sich Probleme nicht unmittelbar aus der Welt schaffen lassen, sondern wir am Nachmittag – nach der Arbeit – in Ruhe darüber reden. Auch in unserem Unternehmen gibt es volles Verständnis für familiäre Themen. 

Ist dieses Verständnis in den letzten Jahren in der Wirtschaft insgesamt gestiegen?

Sabine Dettenweitz: Obwohl es vermehrt zu Karenzen von Vätern kommt, sind Frauen nach wie vor hauptverantwortlich für die Erziehung der Kinder. Ich denke, dass es in der Wirklichkeit noch lange nicht so gelebt wird bzw. werden kann, wie es die Politik haben möchte. Zwar haben wir mit Tagesmüttern – ein solches Modell haben wir beispielsweise in Turnau gemeinsam mit 3 Betrieben und der Gemeinde als Pilotprojekt initiiert – und Betriebseinrichtungen positive Entwicklungen, stehen im Endeffekt aber erst am Anfang, um die Verträglichkeit von Karriere und Familie für Frauen zu verbessern. Neben politischen Impulsen braucht es aber auch mehr Verständnis von den Unternehmen.

Welche konkreten Impulse wünschen Sie sich?

Sabine Dettenweitz: Ich denke, in der Kindererziehung erleben wir aktuell ein starkes Stadt-Land-Gefälle. Soll heißen: Während in der Stadt mehr Frauen zur Karriere tendieren, gibt es in den ländlichen Regionen stärkere Neigungen, als Frau den Hauptanteil an der Haushaltsführung zu übernehmen. Das hat primär mit den Möglichkeiten zu tun: Am Land finden wir weniger Arbeitsplätze, weniger Weiterbildungen und auch weniger Bildungseinrichtungen vor – das daraus resultierende weite und zeitaufwendige Pendeln ist vor allem für Frauen, die ihrer Familie nahe sein möchten, ein echtes Hemmnis. 

Wie soll das in den Griff bekommen werden?

Sabine Dettenweitz: Zum einen müssen bestehende Arbeitsplätze in den ländlichen Regionen abgesichert und ausgebaut werden – zum anderen müssen auch Anreize für die Ansiedlung von Start-ups geschaffen werden. Denn: Warum müssen sämtliche Start-up-Zentren in der Landeshauptstadt verankert sein? Darüber hinaus sollten Hochschulen noch stärker auf ländliche Gebiete verteilt werden. Das könnte langfristig maßgeblich zu einer besseren Verträglichkeit zwischen Beruf und Familie für Frauen führen. 

Danke für das Gespräch und einen schönen Muttertag.

Sabine Dettenweitz: Den wünsche ich auch allen Müttern.

Muttertagsgespräch: CFO, Prokuristin und Mutter

Referenzprojekte

Finden Sie unsere aktuellen Referenzprojekte aus den verschiedenen Sparten

So finden Sie uns

Standort Heldeco

Heldeco
CAD/CAM Fertigungstechnik GmbH
Döllach 50, 8624 Au/Turnau

Anfahrtsplan

Karriere

Starte jetzt deine Karriere bei Heldeco - Be part of the team.
Initiativbewerbung Offene Stellen